„Gutes Essen für alle!“

Am 18. Oktober 2018 wurde ich vom DEAB als Referentin zur Veranstaltungsreihe 17 Ziele an 17 Orten eingeladen. Im Zuge der Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele 2030 (auch SDGs genannt) veranstaltet der DEAB diese Veranstaltungsreihe. Ziel ist es die 17 Nachhaltigkeitsziele in unterschiedlichen Formaten an 17 Orten in Baden-Württemberg zu präsentieren. In Freiburg sprachen wir über das Ziel 2 „Keinen Hunger“. Gemeinsam mit Mamadou Mbodji, Vizepräsident der Naturfreunde Internationale aus dem Senegal und Wolfgang Hees, Biolandwirt vom Kaiserstuhl und Vorstand der AbL Baden-Württemberg sprachen wir über Ernährungssouveränität und Ernährungssicherheit.

Weltweit hungern über 800 Millionen Menschen, die Gründe für diesen Hunger sind vielfältig. Der Klimawandel, globale Ungerechtigkeiten und unfaire Handelsabkommen, Landverteilung und Konzerninteressen führen dazu, dass Menschen auf dieser Welt nicht satt werden. Für mich ist klar: Wir brauchen ein anderes Welthandelsregime. Es kann nicht sein, dass wir in Europa durch landwirtschaftliche Überflüsse und den Exporte dieser Güter nach Afrika, ganze Wirtschaftszweige und die afrikanische Landwirtschaft zu Grunde richten. Auch wenn der Export unserer Güter nur einen Teil des Problems darstellt, ist er eben auch ein Teil der Lösung. Denn: Die Frage ist, was können wir, was kann jeder einzelne von uns tun, um globalen Ungerechtigkeiten und der Ausbeutung von Böden zu begegnen. Als Landespolitikerin ist es mir deshalb wichtig, dass wir als Land dafür sorgen, dass auch die Böden in Baden-Württemberg geschützt, das Saatgut frei ist und die landwirtschaftlichen Produkte, ökologisch erzeugt werden. Ein großes Problem stellt für mich derzeit die europäische Agrarpolitik dar. Landwirtschaftliche Subventionen werden in Europa schlicht falsch verteilt. Die gemeinsame Agrarpolitik der EU (GAP) kennt dabei eine zwei Säulenförderung. Durch die erste Säule erhalten die Landwirte eine direkte Förderung pro Hektar, egal was mit dem Ackerland geschieht. Mit der zweiten Säule hingegen können die Bundesländer Gelder für gesellschaftliche Leistungen vergeben. Baden-Württemberg kann dadurch zum Beispiel die Ökolandwirtschaft stärker fördern und auch das Tierwohl berücksichtigen. Wir GRÜNE wollen, dass wir mehr Gelder von der ersten Säule in die zweite Fördersäule verteilen, einige wollen die erste Säule sogar komplett abschaffen, damit wir dem Anspruch einer nachhaltigen und ökologischen Landwirtschaft gerechter werden können. Damit schaffen wir es natürlich nicht, den Welthunger zu eliminieren, aber wir schaffen es die Grundlage für eine nachhaltige Ernährung zu legen.