Kampf dem Klimawandel. Darin waren sich (von links nach rechts) die Grünen-Politikerinnen Sylvia Kotting-Uhl MdB, Andrea Schwarz MdL und Dr. Hans Schipper vom Süddeutschen Klimabüro einig. Foto: Laura Paffrath

Kampf dem Klimawandel. Darin waren sich (von links nach rechts) die Grünen-Politikerinnen Sylvia Kotting-Uhl MdB, Andrea Schwarz MdL und Dr. Hans Schipper vom Süddeutschen Klimabüro einig. Foto: Laura Paffrath

„Krise mit Alarmstufe Rot“

Grüne-Dialogrunde zum Klimawandel fand ortsübergreifend großen Zuspruch.

Graben-Neudorf. „Ist all das Gerede über den Klimawandel übertrieben und wird er tatsächlich von Menschen verursacht? Für die meisten der über 100 Teilnehmer eines moderierten Dialogs zu dem brennenden Thema in der Pestalozzi-Halle Graben-Neudorf war diese Frage der Grünen-Landtagsabgeordneten Andrea Schwarz eine rhetorische. Doch sie anfügte, höre sie öfter, dass die Grünen das Thema missbrauchen und damit Menschen in Angst und Schrecken versetzten würden.

Ihre Position brachte Schwarz deutlich zum Ausdruck. Eigentlich müsste man von einer Klimakrise mit „Alarmstufe Rot“ reden, betonte sie. Den Grünen liege das Thema schon lange am Herzen. „Wir befinden uns mitten drin im Klimawandel und dürfen keine Zeit verlieren, dagegen Maßnahmen zu ergreifen“, hob sie hervor. In erster Linie brauche es eine Politik, die das Thema ernst nehme. Klimaneutralität sei zwar ein Ziel, umgesetzt werde aber relativ wenig, kritisierte sie. Mit Sylvia Kotting-Uhl (Grüne), die den Umweltausschuss des Bundestags leitet, und mit Hans Schipper hatte sie zwei Experten eingeladen. Schipper ist Leiter des Süddeutschen Klimabüros am Institut für Meteorologie und Klimaforschung des KIT. Die Sorgen seien begründet, sagte er. Die fortschreitenden, tatsächlich vom Menschen verursachten Klimaänderungen ließen sich messen und man müsste sehr viel dagegen machen.

Kotting-Uhl wies darauf hin, wie sehr die Zeit drängt. Allerdings sei die Bundesregierung sehr gespalten bei der Frage, was notwendig sei. Gesetze würden hängen. Es brauche ein Klimaschutzgesetz mit Budget und einem klaren Zeitrahmen für eine schrittweise Reduzierung des CO2-Ausstoßes. Ein CO2-Preis mache Sinn und sollte eine Leitungsfunktion erhalten, bekräftigte sie. Nach Vorstellungen der Grünen solle das Geld den Bürgern zurückgegeben werden, Aktuelle gehe es jetzt darum, ob der CO2-Preis eingeführt werde. Wie dieser genau berechnet werde, stehe aktuell noch nicht auf der Tagesordnung, erwiderte sie auf Rückfragen dazu aus der Runde. Zum Verkehr, bei dem man vom Öl wegkommen müsse, sagte sie, dass dieser über den Preis gesteuert werden müsse. Schlechtes müsse teurer und Gutes billiger werden. Der Umstieg vom Auto sei völlig verschlafen worden.

Wie Schipper anmerkte, müsse man mittlerweile über Verbote reden, um CO2 zu verringern. Dafür aber sollte es eine Bewusstseinsänderung mit freiwilligen Leistungen der Menschen geben. Dies könnte Verbote abwenden, gehe aber langsam voran. Energie einzusparen, sei ein grundlegend wichtiger Schritt. Das aktuell in die Diskussion geratene Aufforsten, sei ein guter Weg. Allerdings müssten die Wälder entsprechend bewirtschaftet werden. Anpassungen an den Klimawandel seien jedenfalls schon jetzt auch im Wald nötig, so Schipper.

Grundsätzlich betont wurde auf dem Podium, dass CO2-Belastung nicht nach Ländern, sondern nach Pro-Kopf-Aufkommen verglichen werden müsste. Dieser liege in Deutschland viel zu hoch, konstatierte Schipper. Zudem könnte das reiche Deutschland mit seinen Erfahrungen Vorbildfunktionen übernehmen, Technik und Technologien in andere Länder bringen.

 

Quelle: Badische Neueste Nachrichten | Hardt | HARDT | 08.07.2019 | Autor: Alexander Werner

 

Armin Gabler vom Ortsverband Bündnis 90 / Die Grünen Graben-Neudorf begrüßt die zahlreichen Besucherinnen und Besucher. Andrea Schwarz MdL begrüßt das Publikum zu ihrer Veranstaltung zum Thema Klimawandel. Viele Fragen gibt es zum Thema menschengemachter Klimawandel und Klimaschutzmaßnahmen zu erörtern - Andrea Schwarz MdL moderiert den Expertendialog zwischen dem Wissenschaftler Dr. Hans Schipper und der Grünen Politikerin Sylvia Kotting-Uhl. Sylvia Kotting-Uhl, Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit im deutschen Bundestag, berichtet dem interessierten Publikum von den Positionen der grünen Fraktion bezüglich Klimaschutz und bemängelt das langsame Agieren der Regierung. Dass der Klimawandel in den letzten 200 Jahren nur durch Menschen verursacht worden sein kann, da sind sich Dr. Schipper und Frau Kotting-Uhl einig. Was nun auf politischer Ebene geschehen muss, erläutert die grüne Bundestagsabgeordnete dem Publikum.